Ausbruch

Diese Woche ist wieder Umuganda. In diesem Zusammenhang fand vergangenen Mittwoch der nächste Teil des von Prosper für die Freiwilligen der Jumelage organisierten kulturellen Workshops statt. Doch dir heute davon zu erzählen, was ich Neues dazugelernt habe, fühlt sich nicht ganz richtig an, schließlich habe ich selber noch nicht daran teilgenommen. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, den bereits geschriebenen Artikel vorerst zwischenzulagern, bis ich einmal an dieser Tradition teilhaben konnte.

Ich muss gestehen, es ist auf Dauer nicht einfach spannende und vor allem sinnvolle Inhalte zu generieren, über die ich hier jede Woche berichten kann. Das soll nicht heißen, dass hier nichts Interessantes passiert, oder ich nichts dazulerne. Doch so aufregend das Leben in einem fremden Land auch sein mag, letztendlich führt man hier eben auch nur denselben, oder zumindest ähnlichen Alltag wie in Deutschland. Ich könnte dir natürlich jede Woche aufs Neue erzählen, dass ich am Dienstag eine weitere Exkursion zu einer Schule für Gehörlose hatte (jedes Mal wieder eine große Bereicherung!), am Mittwoch Morgen für die Arbeit mit dem Moto zum Büro gefahren bin oder was ich am Donnerstag zum Mittagessen hatte. Doch wirklich sinnvoll erscheint mir das nicht. Mit einigen meiner letzten Artikel bin ich nicht vollkommen zufrieden, da sie uninspiriert und ohne richtigen roten Faden geschrieben sind. So sehr ich eine gute Routine leiden kann, so sehr bevorzuge ich doch auch Qualität über Quantität.

Aus diesem Grund möchte ich hiermit ankündigen, dass ich nicht mehr so regelmäßig wie zuvor neue Artikel veröffentlichen werde. Ich genieße meine Zeit hier in Ruanda sehr und mir ist alles andere als langweilig. Auch das Schreiben macht mir sehr viel Spaß, da es mich dazu inspiriert, mehr Fragen zu stellen und zu versuchen, die Dinge besser und detaillierter zu verstehen. Doch das Gefühl, jede Woche einen neuen Text produzieren zu müssen, stresst mich mehr als alles andere, ich verliere die Freude am Schreiben und sehe es eher als meine selbsterteilte Pflicht. Daher möchte ich aus der Routine ausbrechen, die Leidenschaft am Schreiben wiederfinden und dir dafür wieder interessantere, strukturiertere und einfach qualitativ bessere Texte liefern können, die nicht unter dem Fallbeil der wöchentlichen Deadline stehen.

In diesem Sinne melde ich mich fürs erste ab. Möglicherweise hörst du in wenigen Tagen wieder von mir, vielleicht dauert es aber auch mehrere Wochen, bis ich dann mit einem neuen Eintrag um die Ecke komme. Aber das ist doch auch das Spaßige daran: Du weißt nie, wann es dich erwischt! Bis dahin, halt die Ohren steif, nimm keine Süßigkeiten von Fremden für die du nicht bezahlt hast, denn das ist Diebstahl. Wir lesen uns dann wenn ich mal wieder etwas besonderes zu berichten habe oder es mich zu einem bestimmten Thema in den Fingern juckt.

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