God's Plan III - Titanic conquers the Heavens

Es war einmal eine Familie von Riesen, die lebte im hohen Norden eines kleinen Landes. Sie erlitten einen großen Verlust, als drei ihrer Brüder und Schwestern vor langer Zeit durch eine unsichtbare Grenze von ihnen getrennt wurden und sie sich fortan nur noch aus der Ferne sehen konnten. Zum Greifen nahe und doch so fern. Nichtsdestotrotz waren die verbleibenden fünf Geschwister stark und resolut im Angesicht ihrer Peiniger. Abenteurer aus aller Welt machen sich regelmäßig auf, die Riesen herauszufordern. Bisoke, die Schöne und Sabinyo, ihre kleine Schwester, habe ich persönlich noch nicht kennengelernt. Über ihre Brüder kann ich jedoch bereits berichten: Der kleinste der fünf, Gahinga, liebt es seine Herausforderer zu ärgern und zu provozieren. Man könnte fast sagen, er spielt mit ihnen und macht ihnen das Leben schwer, zum eigenen Vergnügen. In seiner Art steht er sicherlich stark unter dem Einfluss des benachbarten Muhabura. Auf ewig im Schatten seines größten Bruders stehend, verbitterte er und ist heute ein respektloser, sadistischer Gigant, der seine Minderwärtigkeitskomplexe dadurch kompensieren muss, mit unverhältnismäßiger Gewalt auf seine Kontrahenten niederzuhageln. Wortwörtlich. Der größte der Riesen ist Karisimbi. Er steht hoch und stolz und weiß genau um seine Macht. Doch anstatt diese gnadenlos auszuüben, nutzt er seinen Einfluss und gibt tapferen Herausforderern die Chance, ihre Fähigkeiten in einem fairen Kampf auf die Probe zu stellen und an ihm als Gegner zu wachsen. 

Auch die Tapferen Krieger der Titanic, Albert, Fatma, Iddi, Mico, Victor und ich, nahmen sich dieser Herausforderung an und gemeinsam bekämpften wir vergangenes Wochenende den höchsten der Virunga-Riesen. Unsere physischen und psychischen Wunden, die wir von Muhabura davongetragen hatten, waren verheilt und wir fühlten uns bereit.  

Aus unseren früheren Schlachten hatten wir gelernt und waren dieses Mal bestens auf den Kampf vorbereitet. Die Tage zuvor hatten wir begonnen unser Equipment zusammenzustellen. Bewaffnet mit warmer und regenfester Kleidung, Zelten und Schlafsäcken für das Nachtlager, sowie reichhaltiger Nahrung, um die nötige Energie zur Bezwingung des Giganten aufbringen zu können, machten wir uns am frühen Samstag Morgen auf den Weg nach Musanze. Das übliche Titanic-Gefährt wurde durch Albert's Auto und Iddi's Motorrad ersetzt, da es an diesem Wochenende nicht einsatzfähig war. Wir erreichten das Hauptquartier des Volcanoes National Parks früh und nahmen uns die Zeit, Motivation auszubauen und unsere zwei zusätzlichen Mitstreiter, Pierre und Barbara, kennenzulernen. Dann ging es los.

Ein Stück mit dem Auto unterwegs, erreichten wir den Einstieg der Wanderung, deckten uns mit unserer Ausrüstung ein und machten uns an den Aufstieg. Vier Porter unterstützten das Titanic-Team dabei Zelte, Schlafsäcke und Proviant den Berg hochzubugsieren. 

Es versprach ein guter Tag zu werden. Die Sonne zeigte sich, brannte jedoch nicht auf uns nieder, da der Himmel mit fluffigen Wolkentupfern verziert war. Wir marschierten etwa eine halbe Stunde über Farmland, bis wir schließlich den Eingang zum Nationalpark erreichten. Ein kurzes Briefing von unserem Guide Christoph und wir betraten das Reich von Büffeln, Antilopen und Gorillas. Die Hoffnung einige dieser Tiere zu entdecken war vorhanden, doch eine solche Begegnung war selbstverständlich auch nicht ganz ungefährlich. Aus diesem Grund wurden wir von einer Gruppe bewaffneter Soldaten begleitet, nur für den Fall einer feindseligen Auseinandersetzung.

Der erste Abschnitt unserer Reise führte uns durch einen mystischen Urwald, scheinbar so alt wie der Berg selbst. Majestätisch reckten sich mit Moos bedeckte Bäume gen Himmel und schirmten uns mit ihrem Blätterdach gerade genug von der Sonne ab, dass wir immer noch die frische Wärme dieses ruandischen Sommertages genießen konnten. Wie durch einen Märchenwald, fanden wir unseren Weg durch das üppige Unterholz, sprangen über plätschernde Bachläufe und rasteten auf dem saftig grünen Gras von Lichtungen. Der Boden war weich und reich an Wasser, weswegen wir immer wieder größeren Schlammsuhlen ausweichen mussten, wodurch aus einer Wanderung ein vergnügtes Spiel von "The Floor is Lava" wurde. 

Nach einigen Stunden erreichten wir eine größere Wiese. Wie wir so im Gänsemarsch über das weite Feld liefen, kam es mir ein wenig so vor, als seien wir die Gefährten des Rings und als wären wir auf dem Weg ihn in den Vulkan zu werfen. Mal davon abgesehen, dass wir nicht von irgendwelchen Ringgeistern verfolgt wurden. In der Ferne konnte man die Umrisse der anderen Vulkane des Nationalparks ausmachen, doch von Karisimbi war keine Spur. Ich fragte mich, wie es sein konnte, dass wir angeblich gerade dabei waren den höchsten Berg des Landes zu besteigen, doch dieser irgendwie der Einzige war, den wir nach wie vor nicht sehen konnten. So bewölkt war es doch nicht? Nach einer Weile legten wir eine Pause ein, als wir eine Baumgruppe erreichten, die auf einer kleinen Hügelkuppe wuchs und ein wenig an eine Oase erinnerte. 

Ein paar Kilometer hatten wir noch vor uns und wir machten uns wieder auf den Weg. Der mystische Märchenwald wurde von kleineren Bäumen und dichterem Unterholz abgelöst. Auch die Sonne hatte beschlossen an diesem Samstag schon etwas früher Feierabend zu machen und der Himmel hüllte sich in ein blasses Grau. Ich lief mittig in der Gruppe, direkt hinter Victor und Albert und gefolgt von Mico und Iddi. Hin und wieder blieb ich kurz stehen, um die Blumen und Farne am Wegesrand genauer zu betrachten und ein paar schöne Fotos zu machen. Bald stellte ich jedoch fest, dass ich Albert und Victor aus den Augen verloren hatte und sie auch nicht mehr hören konnte. Ich lauschte in den Wald hinein, doch auch von meinen Verfolgern war keine Spur und kein Mucks zu hören. Gemütlich ging ich weiter. Schließlich war die Hälfte unserer Truppe ja noch hinter mir und würde mich unterwegs schon aufsammeln. Auf diese Weise konnte ich mir wenigstens Zeit nehmen Fotos zu schießen und alles ausgiebig in mich aufzunehmen. Mit steigender Höhe, wurde es kälter und ein leichter Nebelschleier verursachte die Illusion von herannahendem Regen auf meiner Haut. Ich folgte dem schlammigen Trampelpfad durchs Gestrüpp und hielt ab und zu an, um nach meinen Gefährten zu lauschen. Ich hatte mich nicht verlaufen oder? So viele Abzweigungen gab es hier nämlich nicht und auch die Fußabdrücke im Schlamm sahen noch sehr frisch aus. Doch es erschien mir unwahrscheinlich, dass meine Freunde hinter mir so langsam unterwegs waren, zumal auch ich sehr viel Zeit vertrödelte. Doch es brachte nichts zu warten, dafür war es mittlerweile zu sehr abgekühlt und ich wollte in Bewegung bleiben. Ich vertraute also auf mein Gefühl und die Fußspuren auf dem Waldboden und schob mich weiter voran. Und da war es. Das Geräusch von Stimmen in der Ferne, die durch das Gestrüpp hinter mir an meine Ohren herangetragen wurde. Ich konnte nicht genau abschätzen wie weit entfernt sie waren, doch das machte nichts. Das mulmige Gefühl, welches ich zuvor noch bemüht zurückgedrängt hatte verflog und ich wartete, bis Iddi und Mico schließlich zu mir aufschlossen. Gemeinsam legten wir die letzten Meter zurück und hatten kurz darauf das Camp erreicht.

Das Camp am Mount Karisimbi besteht aus einer Hütte und mehreren Feuerstellen, die ungefähr zwanzig bis dreißig Meter auseinanderliegen - miss das nicht nach, ich bin furchtbar schlecht darin, Entfernungen abzuschätzen. Sie sind über Trampelpfade und steinerne Treppen miteinander verbunden und durch kleine Bäume und Gestrüpp getrennt. Toiletten? Die sind vorhanden, jedoch nicht unbedingt sehr einladend. Es wäre allerdings auch keine echte Outdoor-Erfahrung, wenn man sich nicht mit dem Wanderstock sein Loch selber graben würde.

Wir organisierten die Verteilung der Zelte und begannen sie in der Hütte aufzubauen. Soll heißen, ich kümmerte mich um die Zelte, mithilfe von Pierre, während sich die restliche Titanic bereits in warme Kleidung hüllte. Der Nachteil davon wenn man so tut als hätte man Ahnung von etwas. Dann setzten wir uns ans Feuer und genossen die angenehme Wärme aus der Glut, während wir auf das Essen warteten. Gegen eine kleine Vergütung hatten wir einen der Porter gebeten für uns zu kochen und diese Aufgabe erfüllte er mehr als zufriedenstellend. 

Während wir so zusammengefurcht im Kreis um die heißen Kohlen saßen und dem Tee beim Kochen zusahen, begannen meine Kopfschmerzen stärker zu werden, die ich bereits kurz vor Erreichen des Camps wahrgenommen hatte. Ich war davon ausgegangen, dass es damit zusammenhing, dass ich nicht genug getrunken hatte. Doch nachdem ich mich aufgrund der ganzen Flüssigkeit bereits mehrfach in den Busch entschuldigen musste und dieses fiebrige Gefühl dennoch zunahm, war ich mit meinem Latein am Ende. Ich legte mich hinter den anderen auf die Mauer der Feuerstelle und kühlte mit meinen eisigen Händen meine Stirn. Als auch das nichts brachte, gab ich es auf, kuschelte mich wieder in unseren Feuerkreis und wartete auf das Abendessen, um mich im Anschluss schlafen zu legen. Ich begann außerdem mich wieder am Gespräch zu beteiligen. Ein pulsierender Kopf sollte mir schließlich nicht den ganzen Spaß verderben.

Vor einigen Wochen hatte ich in Fatma's WhatsApp Status einen Text gelesen, der eine sehr faszinierende Frage aufwarf. Er hatte mich dazu inspiriert eine Kurzgeschichte dazu zu schreiben, mit der ich zudem einen neuen Blog startete. Wenn du Interesse daran hast, sie zu lesen, schaue gerne bei folgendem Link vorbei: Stories and Philosophies - Would you talk to me?. An diesem Abend feierte die Geschichte ihr Debut, als ich sie, hauptsächlich für Fatma, by default jedoch auch für den Rest der Gruppe, am Lagerfeuer vorlas.

Ich schlug vor, dass nun jeder eine Geschichte oder ähnliches teilen könnte, doch gerade als Iddi sich vorbereitete ein Liedchen vorzutragen, kam der Sterne-Koch mit dem üppigen Abendessen, welches sich ganz und gar nicht wie Camping anfühlte. Reis mit Gemüse, Kartoffeln und Ziegenfleisch füllten die Teller und kurz darauf unsere Bäuche. Meine Kopfschmerzen hatten sich mittlerweile zurückgezogen und auch wenn ich mir gesagt hatte nach dem Essen direkt schlafen zu gehen, dauerte es eine weitere Zeit, bis ich mich endlich auf den Weg zum Schlafsack machte. Verpackt und eingesandwiched zwischen Fatma und Iddi, überkam mich die Müdigkeit und ich schlief verhältnismäßig gut und kuschelig warm auf dem harten Hüttenboden.

Christoph weckte uns gegen vier Uhr morgens, eine Stunde später als wir am Abend zuvor ausgemacht hatten. Ich schätze, er wollte dabei Rücksicht auf unsere Langschläfer nehmen. Wir bekamen alle einen Becher Tee und ein paar Kekse zum wach werden, bewaffneten uns mit Wanderstock und Taschenlampe und machten uns mit leichterem Gepäck als am Vortag auf, das letzte Stück bis zum Gipfel hinaufzuklettern. 

Das erste Tageslicht lies nicht lange auf sich warten und nach etwa einer Stunde waren im diesigen Morgennebel bereits die Umrisse von Muhabura auszumachen, der stolz und missgünstig zu uns herübersah, während wir uns seinem großen Bruder stellten. Die Vegetation ist auf dieser Höhe wieder eine ganz andere als die, die wir am ersten Tag erlebt hatten. Kleinere Bäume mit starken und wild verschlungenen Ästen boten uns Halt beim Klettern. Ihre Arme endeten in keulenartigen Fäusten und Gestrüpp und Wurzeln schlangen sich um unsere Füße. Hin und wieder versuchten sie uns die Beine unter dem Körper wegzuziehen und kreierten an anderer Stelle eine Treppe, um die Steigung besser erklimmen zu können. Wenn man eine Bergkuppe erreichte fielen rechts und links Hänge ins Tal, das von einer reichhaltigen Flora und beeindruckenden Steinbrüchen ornamentiert ist.

Der Aufstieg war deutlich steiler, als am ersten Tag und langsam begann Karisimbi seine wahre Macht zu demonstrieren. Wenn ich anhielt, um kurz zu verschnaufen, schwebten meine Augen über die Welt unter uns und es dauerte nicht lange, da befanden wir uns auf Augenhöhe mit Muhabura's Gipfel. Die Vegetation dünnte aus, die Luft wurde kälter und auch die Sonne wurde von Wolken verdeckt, die sich um die Spitze des Berges wanden. Die weiche Erde unter den Füßen wurde hier von Schotter und Vulkangestein abgelöst und ohne die Bäume, die uns Halt gaben, war es auf diesem Geröll teilweise schwierig an dem steilen Hang Fuß zu fassen. Ein Schritt vorwärts, ein halber zurückgerutscht. 

Hatte ich zu Beginn unserer Wanderung am Samstag noch sehr viel Energie gehabt, so schien diese beim finalen Aufstieg ins Negative zu gleiten. Ein Becher Tee und ein paar Kekse gaben mir einfach nicht genug Kraft, um mit Albert und Victor mitzuhalten, denen ich beim Abendessen meine Ziege überlassen hatte. Dennoch, ich hatte Muhabura bestiegen, ich würde mich auch von Karisimbi nicht in die Knie zwingen lassen. Zumal wir dieses Mal wesentlich mehr Zeit hatten. Diese nahm ich mir auch um einige Schlucke Saft zu trinken und ein paar Cashew-Kerne zu knabbern, in der Hoffnung, sie würden meine Reserven wieder ein wenig auffüllen. Schritt für Schritt. Langsam und stetig. Meine Augen huschten immer wieder den Berg hinauf, in der Hoffnung bald ein Ende dieser Steigung sehen zu können, bis sie irgendwann ein Schild ausmachen konnten. Ich schloss zu Victor und Albert auf und las das Schild: KARISIMBI VULCANO SUMMIT 500 M AHEAD.

"Mind over Muscle" bekommt in solchen Momenten eine ganz neue Bedeutung. Die vorherige Kraftlosigkeit schien, zumindest für den Augenblick, verflogen und Erleichterung gepaart mit frischer Motivation waren mein neuer Antrieb. Doch 500 m sind eine größere Distanz als man denkt, vor allem, wenn man einen Vulkan hinaufkraxelt. Ich fiel wieder hinter den anderen beiden zurück und es dauerte eine Weile, bis mir schließlich Pierre entgegenkam, der bereits auf dem Rückweg war. "Fast geschafft, noch etwa zwanzig Minuten." versicherte er mir. Fauzia's Song "This Mountain", der mich bereits Muhabura hinaufgeschleppt hatte, spielte mir wieder im Kopf und ich fasste weiteren Mut. Schritt für Schritt. Die Steigung war nun konstant. Steil, aber konstant und es war mir möglich in einem langsamen, stetigen Tempo das letzte Stück zum Gipfel hinaufzuschlurfen, ohne alle paar Schritte eine Pause einlegen zu müssen. Von oben hörte ich schon die freudigen Rufe meiner Weggefährten, die mich auf den letzten Metern anfeuerten und willkommen hießen, als ich die Bergspitze schließlich erreichte.

Es war kühl hier oben und ich zögerte nicht, meinen Rucksack abzusetzen und mir alle Jacken anzuziehen, die ich im Gepäck hatte, solange ich noch warm war. Und dann war es soweit. Feierlich griff ich in meinen Rucksack und entfaltete die Flagge, die Victor und ich in den vergangenen Wochen heimlich designed, entwickelt, und gedruckt hatten: God's Plan - Titanic. Unsere Flagge, unsere Errungenschaft, unser Team. Ganz dem Teamgeist entsprechend, zogen wir drei uns in die kleine Hütte zurück, die als Windschutz errichtet wurde, um auf unsere Teamkollegen zu warten. Es dauerte nicht lange und Mico erreichte die Spitze, dicht gefolgt von Iddi. Wir präsentierten die Flagge, machten ein paar Fotos zusammen und zogen uns wieder in den Unterschlupf zurück, um auch Fatma auf dem Gipfel von Karisimbi empfangen zu können. 

Die Kopfschmerzen, die mich am Abend noch gequält hatten, schienen über Nacht auf Fatma übergesprungen zu sein und sie war sehr früh zurückgefallen, unsicher, ob sie es überhaupt schaffen würde. Doch trotz allen Widrigkeiten, hatte sie sich den Berg weiter hinaufgequält und während wir uns in der Hütte mit Snacks, Musik und auf der Stelle Marschieren warmhielten, überwand sie die letzten Meter bis zur Spitze. Wir hatten es geschafft. Team Titanic hatte den Riesen aller Virunga-Riesen bezwungen. Voller stolz gratulierten wir einander und posierten für Gruppenfotos vor dem Gipfelschild. Was für ein Ereignis!

Aufgrund der Kälte begaben wir uns bald wieder auf den Rückweg, der einem wesentlich gnädiger erschien, als bei den vorherigen beiden Vulkanen Gahinga und Muhabura. Mit sinkender Höhe wurde es wieder wärmer und bald lachte uns die Sonne an, während wir in Seelenruhe zum Camp hinabstiegen, Fotos knipsten und einfach die atemberaubende Aussicht und Gewalt der Natur bestaunten. Ich schlenderte gemeinsam mit Fatma, Mico und Iddi und wir erreichten als letzte Gruppe das Camp, wo die anderen beiden bereits all unsere Zelte, Schlafsäcke und Taschen Porter-freundlich verpackt hatten und mit dem Mittagessen am Feuer saßen. Wir schlossen uns ihnen an, aßen und brachen dann wieder mit dem gesamten Gepäck im Schlepptau auf. Der Abstieg fühlte sich mehr wie ein Spaziergang an, als eine Wanderung und gut gelaunt erreichten wir am späteren Nachmittag den Ausgang, durch den wir den Nationalpark wieder verlassen würden.

So begab es sich also, dass die tapferen Helden und Heldinnen der Titanic den größten Bruder der Virunga-Familie bezwangen. Nach all ihren vorherigen Abenteuern behandelte Karisimbi sie mit Respekt und God's Plan schien sie für alle Widrigkeiten der Vergangenheit mit gutem Wetter und ohne unvorhersehbare Zwischenfälle zu belohnen. Sie nahmen noch eine Mahlzeit in der naheliegenden Stadt Musanze ein, bevor sie erschöpft, doch mit frommem Herzen die Heimreise antraten. Wir sind gespannt, welche Abenteuer die Zukunft noch für sie bereithält.

Es ist nicht einfach zu schreiben und dabei die Masse an verschiedenen Hintergründen und Meinungen aller Leser und Leserinnen zu berücksichtigen. Ich sehe es in meiner Verantwortung und bemühe mich immer so neutral, transparent und aufgeschlossen wie möglich über meine Erfahrungen in Ruanda zu berichten. Doch auch ich bin ein subjektives Wesen, mit meinen eigenen Ansichten, Werten und Normen, geprägt von meinem Umfeld wie jeder andere Mensch auch. Konstruktive Kritik ist daher essentiell, um Fehler zu erkennen, mein eigenes Verständnis zu verbessern und dir einen sichereren Raum zum Lesen bieten zu können. 

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