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Es werden Posts vom Februar, 2025 angezeigt.

Ethnographische Hintergründe

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Gestern fand der zweite Teil unserer Kulturschulung statt. Prosper hatte für Thomas und mich einen Ausflug nach Huye, sowie nach Nyanza (beides südlich von Kigali) organisiert, damit wir uns das Ethnographische, sowie das King’s Palace Museum ansehen konnten. Wir haben dort viel über Traditionen und frühere Lebensweisen in Ruanda erfahren, was es nun selbstverständlich überaus spannend macht, zu analysieren, was davon heute noch übrig geblieben ist und wie die Kultur das Land und die Gesellschaft geprägt hat. Fleißig wie ich bin, wollte ich euch das ganze selbstverständlich nicht vorenthalten und habe hierzu gleich einmal einen neuen Info-Artikel keiert . Selbstverst ä ndlich sind kulturelle Entwicklungen viel nuancierter, als ich sie hier darstellen kann. Ruanda vor 200 Jahren war nicht dasselbe Land wie vor 400 Jahren. In meiner Gedankenrekapitulation des Museumsbesuchs fehlen dementsprechend leider die n ö tigen Jahreszahlen, um die Evolution der Gesellschaft exakt darzustellen. Den...

Gleichheit und Zusammenhalt

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Gleichheit und Zusammenhalt. Diesen Titel erachte ich diese Woche als relativ passend für den Artikel. Ich sage relativ, da es manchmal schwierig sein kann eine ganze Woche mit vielen verschiedenen Erlebnissen in einer Überschrift zusammenzufassen. Gleichzeitig sind Gleichheit und Zusammenhalt recht abstrakte Begriffe, die man in jedes Thema reinquetschen kann, wenn einem nichts Besseres einfällt. Schließlich arbeite ich in einem Partnerschaftskoordinationsbüro (im Deutschen ein super Wort für Scrabble). Ohne Gleichheit und Zusammenhalt der Partner läuft der Laden nicht, folglich könnte ich den Titel über nahezu jeden Blog-Post, den ich schreibe, setzen und er würde passen. Ich kann mir genauso gut vorstellen, dass ich in zwei Wochen vor meinem Bildschirm sitze und mir die Haare raufe, dass ich diesen Joker bereits verwendet habe. Nichtsdestotrotz wähle ich ihn heute aus, da besonders das Prinzip der Gleichheit etwas ist, das mir persönlich sehr viel bedeutet und von dem ich diese Woch...

Königreich Ruanda

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Die Legende besagt, dass Gihanga Ngomijana das Königreich Ruanda vor langer Zeit gründete. Sein Name bedeutet übersetzt "Gründer des ewigen Königreichs" und er soll der Nachfahre des Gottes Imana gewesen sein. Imana war nach dem Glauben der Menschen der oberste Schöpfer und Beschützer, der am Tage das Land verließ, während er in der Nacht immer in das Königreich Ruanda zurückkehrte. Außer Imana, glaubten die Menschen an Schutz und Führung durch ihre Ahnen. Ihnen zu Ehren wurden Opfergaben erbracht und Gebete gesprochen. Eine Inyambo (heilige Kuh), war nicht nur ein Symbol für Reichtum, sondern galt als göttliches Geschenk. Von ihnen zu zehren war verboten und auch heute noch werden diese Kühe nicht für Milch oder Fleisch gezüchtet. Abapfumu waren die Wahrsager und Heiler, vermittelten den Willen Imanas und heilten Gebrechen. Heutzutage gibt es sie nach wie vor, doch die Verbreitung des Christentums, sowie Fortschritte in moderner Medizin, haben ihren Einfluss in den Hintergru...

Erster Monat: Check!

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Ein Monat ist bereits vergangen. Vor einem Monat begann ich meine Reise und seit einem Monat lerne ich nun schon dieses fremde, doch auf seine Weise schöne Land in Zentralostafrika kennen. Ich habe schon viel gelernt und trotzdem fühlt es sich nicht an, als wäre es genug für die Zeit, die ich bereits hier bin, wenn ich bedenke, dass mir nur noch sechs weitere Monate verbleiben. Ich habe schon einige Fetzen Kinyarwanda halbwegs verinnerlicht, sodass ich mich definitiv sicherer fühle, mit den Leuten hier zu kommunizieren, v.a. auf dem Markt und mit den Moto-Fahrern. Wenn man dann gefragt wird, ob man Kinyarwanda spricht, sagt man einfach "Sinumva ikinyarwanda." ("Ich verstehe kein Kinyarwanda.") und vermeidet weitere Konversationsthemen. Dadurch wird man allerdings faul, lernt langsamer als zuvor und kann vor allem nichts über die Leute selber lernen. Insbesondere das Verstehen ist eine Herausforderung, da die Umgangssprache, wie bei uns, viele Wörter abkürzt. Am Mont...

Sport vereint Menschen!

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Sport ist ein fantastisches Werkzeug, um neue Kontakte zu knüpfen und sich mit Gleichgesinnten fit zu halten. Es fing an mit einer Wanderung vorletzten Sonntag, über einen sportlichen Freitagnachmittag mit Kollegen, bis zu einer weiteren Wanderung vergangenen Sonntag (gestern), um die Woche perfekt enden zu lassen. Steps to Wellness ist eine große selbstorganisierte Wandergruppe hier in Kigali mit über 400 Mitgliedern in der WhatsApp Gruppe. Dank meiner lieben Kollegin Claudette, darf jetzt auch ich ein Teil davon sein. Natürlich nehmen nicht immer alle 400 Menschen daran teil. Wobei ich mir auch bei der Gruppengröße von knapp 50 Leuten beim ersten Mal bereits dachte, dass das ja nur im Chaos enden kann. Doch ganz im Gegenteil. Es ist unheimlich erfrischend, mit so vielen Leuten unterwegs zu sein, die alle ihre individuellen Qualitäten mit auf den Weg bringen und doch in der Grundmotivation dieselbe positive Energie ausstrahlen. Menschen verschiedener Nationalitäten, hauptsächlich vom ...